Periorale Dermatitis erkennen und heilen

Zauberhaut Blog – Coaching für Haut und Seele: periorale Dermatitis erkennen und heilen
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Lesezeit: 9 Minuten

Sie kommt schleichend und bleibt oft zunächst fehldiagnostiziert: die perioarle Dermatitis, auch Mundrose genannt. Wie der Ausschlag um den Mund entstehen kann und was du tun – und vor allem nicht tun – solltest, werde ich dir heute beschreiben.

In diesem Artikel erfährst du:

  • Was periorale Dermatitis ist
  • Den typischen Verlauf der Mundrose
  • Ursachen für periorale Dermatitis
  • Was du gegen periorale Dermatitis tun kannst

Was ist die periorale Dermatitis?

Wie der Name schon sagt, ist diese Dermatitis oral um den Mund herum. Deswegen wird die periorale Dermatitis auch Mundrose oder Stewardessen-Krankheit genannt.

Wir kennen die Flugbegleiterinnen als sehr gepflegt und meist auch geschminkt. Dass diese einer zu intensiven Pflege nachgehen könnten und ihre Haut damit überpflegen, brachte der Hauterkrankung diesen Namen ein. Denn Überpflegung ist einer der Hauptauslöser für periorale Dermatitis.

Verlauf einer perioralen Dermatitis

Meist fängt die periorale Dermatitis mit einer Rötung an einer kleinen Stelle am Mund an. Die Anfänge von dieser Dermatitis auszumachen, ist also schwierig. Denn so eine Rötung kann ja erstmal vieles sein: Vorboten eines Pickelchen, Trockenheit, eine wunde Stelle oder allergische Reaktion.

Manchmal stecken hinter son einem Hautausschlag aber auch emotionale Bedeutungen – in meinem anderen Artikel erfährst du mehr dazu »

Der Ausschlag breitet sich unter anderem durch übermäßige Pflege dann weiter aus. Es kommen kleine Bläschen dazu. Knötchen. Pickelchen. Schuppen. Juckreiz. Irgendwann brennen die entzündeten Stellen und breiten sich aus wie ein Lauffeuer. Und damit auch manchmal bis zum Augenbereich.

Ursachen für periorale Dermatitis

Überpflegung der Haut

Tatsächlich sind wir von der Kosmetikindustrie ziemlich geprägt. Haben wir ein Hautproblem, dann kommt uns als erstes Hautpflege in den Sinn. Da ist ein Pickel – da schmieren wir was drauf. Da ist was trocken – das cremen wir ein.

In einem anderen Artikel habe ich über trockene Haut, ihre Bedeutung und wie du sie wirklich loswirst geschrieben »

Meist nutzen wir mehr als ein Produkt, um unsere Hautprobleme vermeintlich in den Griff zu bekommen. Wir schädigen damit oft sogar unsere Hautbarriere (die durch die Entzündung eh schon labil ist) und denken, wir tun unserer Haut damit etwas Gutes.

Falsch gedacht!

Gerade bei Rötungen der Haut macht die Hautpflege den Ausschlag meist noch schlimmer. Durch die Überpflegung der Haut entsteht erst eine ausgeprägte periorale Dermatitis.

Damit ist die Überpflegung der Haut Hauptauslöser Nummer 1. Aber wenn du Zauberhaut schon etwas kennst, dann weißt du: Alles hängt miteinander zusammen.

Intensive Reinigung

Zur Hautpflege gehört nicht nur das Cremen, sondern auch die Reinigung. Peelings hier, Waschbürsten da (und was es da nicht inzwischen alles gibt). Durch das häufige Reinigen quillt die Haut sozusagen auf oder wird trocken. Die Hautbarriere ist geschwächt, Bakterien dringen in tiefere Hautschichten, sodass sich die Poren entzünden. Pickel entstehen.

Es ist ein Teufelskreislauf.

Zu viel Stress

Stress ist immer ein Problem für die Hautgesundheit. Er ist in 95% der Fälle Auslöser von Krankheiten. Dabei ist Stress immer verschieden (und tatsächlich nicht immer negativ). Stress hat körperliche, geistige und seelische Dimensionen, wie in diesem Artikel näher beschrieben. Es gibt viele verschiedene Arten von Stress: Eustress und Disstress – es geht aber immer um zu viel Stress auf bewusster und unbewusster Ebene.

Bei der perioralen Dermatitis zeigt sich der unbewusste Stress besonders starkThemen, die man nicht zugeben will. Dinge, die man hin sich hineinfrisst und weglächeltAlles, um einen Schein zu wahren.

Das können Ansprüche an sich selbst sein (oder von außen). Glaubenssätze oder ungesunde Verhaltensmuster. Das Verdrängte tritt hervor und macht sich im Gesicht sichtbar – für alle.

Jetzt kommt noch der bewusste Stress dazu. Sei es, weil man diesen Hautausschlag hat. Oder weil es Stress auf der Arbeit, Zuhause oder in der Familie gibt. Stress ist Hauptauslöser Nummer 2.

Zu viel Verdrängung

Warum ist also gerade das Gesicht bei der perioralen Dermatitis betroffen?

Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Körper schon vorher – und wahrscheinlich auf anderer Weise – Anzeichen gegeben hat, dass etwas nicht stimmt. Menschen mit perioraler Dermatitis sind aber Verdrängungsgenies.

Jede andere Körperstelle würde ihnen die Möglichkeit geben, ein Thema weiter zu verdrängen – außer das Gesicht. Das Gesicht offenbart es einem selbst und jedem anderen. Man kann nicht mehr wegschauen.

Bei der perioralen Dermatitis sind es emotionale Themen, die mit der eigenen Haltung zu tun haben. Der eigenen Sichtbarkeit. Vielleicht hältst du dein Gesicht hin oder sagst oft „Alles ist gut“ – aber dein Gesicht sagt dir „es ist nicht alles gut“.

Entzündliche Ernährung

In meinem Artikel über Hautgesundheit und Darm zeige ich dir auf, wie stark beides miteinander zusammenhängt. Besonders eine entzündliche Ernährung fördert eben auch Entzündungen der Haut. Das gilt für jede Hauterkrankung, ob jetzt Neurodermitis, Akne, Schuppenflechte oder eben Mundrose.

Was ist entzündungsfördernd?

  • Milchprodukte
  • kurzkettige Kohlenhydrate (wie z.B. Weißmehlprodukte)
  • Zucker (z.B. zuckerhaltige Lebensmittel und Softdrinks)
  • entzündungsfördernde Fettsäuren (vor allem in tierischen Produkten)

In anderen Artikeln meines Blogs kannst du dich genauer über eine anti-entzündliche Ernährung informieren »

Hormonelle Disbalance

Eine gestörte Hautbarriere kann auch durch eine hormonelle Disbalance kommen. In einem anderen Artikel schreibe ich über den Zusammenhang Haut und Hormone detaillierter.

Ich möchte hier nur aufzeigen: Ein gestörter Zyklus kann auch Grund für Hautprobleme sein – muss aber nicht. Es heißt nicht, dass eine Rötung um den Mund dann auch eine Mundrose bedeutet. Gerade bei hormonell bedingten Hautveränderungen (die übrigens normal sind) kann es z.B. auch eine zyklusgesteuerte Akne sein.

Deswegen ist folgender erster Tipp besonders wichtig.

Das kannst du gegen periorale Dermatitis tun

Die richtige Diagnose

Eine Rötung kann einiges sein: Rosazea, Neurodermitis oder periorale Dermatitis. Oder auch allergische Reaktion, Mückenstich, Pickel. Hole dir deswegen mehrere Meinungen ein. Gehe zu mehreren Ärzten/innen. Denn es kann wirklich sein, dass zunächst nicht das Richtige diagnostiziert wird.

Hauttyp bestimmen lassen

Schaue auch, inwieweit es sich bei der betroffenen Stelle um eine „normale“ Hautunreinheit handelt oder wirklich um periorale Dermatitis. Eine normale Hautunreinheit wird meist durch Schmutz, eine verstärkte Talgproduktion und damit eine Verstopfung und Entzündung der Pore verursacht. Es entstehen dann kleine Eiterpünktchen auf der Pore.

Bei der perioralen Dermatitis kommt es zu einer Art Aufschwemmung, die sich in einer Entzündung und später Trockenheit zeigt (greift manchmal auch ineinander). Hier können sich im weiteren Krankheitsverlauf zwar auch Poren entzünden – aber es ist eher eine Entzündung der Haut selbst.

Finger weg & Nulltherapie

Schon im meinem Hautpflege 1×1 habe ich beschrieben: Weniger ist mehr.

Wie bei jedem Hautthema sage ich: Lass die Finger von der betroffenen Stelle. Ich weiß, das ist leicht gesagt. Ich kenne es selbst aus meinen 20 Jahren Neurodermitis und Akne. Aber es zerstört wieder und wieder die Hautbarriere und verschlimmert die Entzündung der Haut nur.

Tipp: Falls du einen Vergrößerungsspiegel hast: Schaff ihn ab! Stelle grundsätzlich weniger Spiegel auf. Ich schaue morgends bewusst nicht als erstes in den Spiegel.

Alles ist Gewohnheit – auch Hautprobleme. Und du kannst deine Gewohnheiten ändern. Ich habe dazu einen ausführlichen Artikel geschrieben.

Was kannst du noch tun? Zum Beispiel kannst du statt Kratzen und Puhlen deinen Händen etwas zur Beschäftigung geben. Höre dir gern auch meine Podcastfolge über Skin Picking an, solltest du ernsthafte Probleme mit dem Kniepen, Puhlen oder Ziehen an der Haut haben.

Hier ist die passende Podcastfolge zu Skin Picking:

Weil die Überpflegung eine der Hauptgründe für periorale Dermatitis ist, ist die Hilfe ebenso logisch: eine Nulltherapie. Das heißt, dass der Haut nichts draufgecremt wird. Noch mehr: Man verzichtet auf jegliche Hautpflege- und Kosmetikprodukte. Keine Creme, keine Seife, kein Gesichtswasser, kein Make-up – nichts.

Das kann für die/den eine/n oder die/den andere/n erstmal eine große Überwindung und Umstellung kosten – und damit Energie. Schaue also besonders auf dich und gönne dir Ruhe und Entspannung während dieser Umstellung, z.B. durch Waldbaden, Meditieren oder Gedankenhygiene.

Mit Wasser reinigen

Das Gesicht wird bei der Nulltherapie ausschließlich mit klarem Wasser gewaschen – ohne mechanische Einwirkungen durch einen Lappen oder ähnliches. Ja, es wird jucken. Es wird spannen. Für viele Betroffene war das aber der einzige Weg zur Heilung.

Antibiotische Pflege statt Kortison

Ist die periorale Dermatitis so stark ausgeprägt, kann zu Beginn eine punktuelle Pflege durch eine antibiotische Basiscreme helfen (optional mit Ceramiden angereichert).

Bitte nimm niemals Kortison.

Kortison unterdrückt die Entzündung, hat zahlreiche Nebenwirkungen und hilft nur kurzfristig. Kortison wird von Ärzt/innen aber auch schnell verschrieben.

Stress vermindern

Alles kann Stress sein. Wie oben schon erwähnt gibt es verschiedene Arten von Stress und Stressoren. Bei manchen äußert sich Stress über die Verdauung, bei anderen über die Haut.

Frage dich: Was habe ich in letzter Zeit verändert?

Vielleicht hast du andere Pflegeprodukte genutzt, was Stress für die Haut ist. Oder ein neues Waschmittel. Vielleicht hast du etwas Bestimmtes gegessen. Vielleicht war es auch mehreres zusammen.

Auf jeden Fall sagt deine Haut: Jetzt reicht’s!

Vielleicht löst diese Aussage jetzt auch schon Stress in dir aus. „Was soll ich noch alles tun? Wo soll ich anfangen?“ Ganz ruhig! Ich lasse dich mit diesem Gefühl jetzt nicht alleine. Mein Tipp: Weniger von allem und du bist auf einem guten Weg. Lies dir gern meinen Artikel zur Stressbewältigung durch – da geben ich dir meine 8 Tipps.

Vor allem sensible Menschen spüren eigentlich schon sehr genau, was ihnen nicht gut tut – und machen es manchmal trotzdem. Oft sind Menschen mit Hautleiden auch hochsensibel. Bist du hochsensibel? In meinem anderen Artikel findest du es heraus.

Entzündungsarm ernähren

Du kannst deinen Körper und dein Immunsystem entlasten, indem du dich entzündungsarm ernährst. Eine gesunde Ernährung wirkt auch einfach präventiv. In einem anderen Artikel gehe sehr genau darauf ein, was eine hautfreundliche Ernährung ist.

An dieser Stelle deswegen kurz und knackig:

  • entzündungshemmende Lebensmittel einbauen (z.B. Kräuter, Saaten, Nüsse)
  • überwiegend basisch ernähren (und damit pflanzlich) (80% basisch, 20% gute Säurebildner)
  • gute Fettsäuren und Proteine einbauen (z.B. Hanfsamen, Chiasamen, Linsen, Bohnen)
  • Verdauung stärken (z.B. wärmende Kost nach TCM)
  • präbiotische Lebensmittel essen (z.B. Pastinaken, Chicoree, Haferflocken)

In meinem anderen Artikel beschreibe ich diese Tipps noch einmal ausführlich »

Leben ändern

Unsere Leben sind oft randvoll mit Arbeit, Ausbildung, Haushalt, Hobbies, Familie und Freunden. Jetzt möchtest du auch noch den Stress reduzieren und machst zusätzlich noch Yoga, Meditationen und – STOP!

Genau das ist es eben nicht. Du sollst eben nicht noch Dinge oben drauf packen, sondern Dinge wegnehmen. Frage dich: Was kann ich streichen?

Und das kann wirklich alles sein. Vielleicht sind es bestimmte Tätigkeiten. Bestimmte Menschen. Bestimmte Umgebungen. Spüre in dich hinein. Verdränge nichts (denn darin bist du wahrscheinlich sehr gut).

Verabschiede dich von Dingen, die dir widerstreben.

Arbeit nicht gegen dich.

Wenn du merkst, dass du diese Themen nicht selbst aufspüren kannst, empfehle ich dir das Arbeiten mit mir in einer Gruppe. Bei der Transformationsreise arbeiten wir mit deinem Unterbewusstsein und lösen tiefe Blockaden.

Erfahrungsbericht einer Betroffenen

In meinem Podcast habe ich mit Alex gesprochen. Sie ist auf Instagram als @alexadvice_ zu finden und teilt dort ihre Erfahrungen und Erkenntnisse als Betroffene der perioralen Dermatitis.

Was hat Alex aus der Erkrankung gelernt? Minimalismus. Sie hat durch die Erkrankung auch gelernt, auf ihr Gefühl zu hören. Zu spüren, wenn etwas nicht stimmt. Statt verdrängen ist sie nun konsequent. Sie selbst sagt: „Ich lasse alles stehen und liegen, wenn ich spüre, etwas ist nicht okay.“

Hier ist die passende Podcastfolge:

Zum Schluss: Hab Geduld

Ursachenforschung und Ursachenbehebung sind bei der perioralen Dermatitis nicht so einfach. Ich hoffe, dass du durch diesen Artikel etwas mehr Klarheit bekommen hast und weißt, welche nächsten Schritte du gehen kannst.

Gib dir Zeit.

Das Hautleiden ist nicht einfach schnell gekommen. Das Thema hat schon viele Wege durch deinen Körper gemacht. Es braucht seine Zeit, um auch wieder auszuheilen. Ich habe für mich durch die Arbeit mit meinem Unterbewusstsein eine Abkürzung gefunden.

Wie lange Nulltherapie bei perioraler Dermatitis?

Bei Alex flammte die periorale Dermatitis ein Jahr lang auf. Dann verbreitete und verschlimmerte sie sich in ca. 2-3 Monaten. Ein Jahr später waren der Augenbereich befallen. Erst dann wusste sie: Es muss sich etwas ändern und sie leitete die oben genannten Schritte ein. Auch das dauerte seine Zeit (halbes Jahr), bis sich dann langsam Besserung einstellte. Wieder ein halbes Jahr später waren dann aber ihre Beschwerden verschwunden.

Sie hat den wirklichen Auslöser (oder den Mix) gefunden.

Bleib dran.

Finde heraus, was du dir nicht eingestehen möchtest.

Und dann löse auf!

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Stand: 29.12.2021 © Zauberhaut – Alle Rechte vorbehalten – Angaben ohne Gewähr / Fotos: Jennifer Thomas
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