Inneres Kind heilen – Die Arbeit mit inneren Anteilen

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Lesezeit: 7 Minuten

Wie gut kennst du dein inneres Kind? Oder besser: Deine inneren Kinder? Gemeint sind die verschiedenen Anteile in dir, die durch positive und negative Erfahrungen in der Kindheit und Jugend geprägt wurden. Erfahre, wie du durch die Arbeit mit dem inneren Kind verletzte Gefühle oder unterdrückte Bedürfnisse transformieren kannst.

In diesem Artikel erfährst du:

  • Was ist das innere Kind?
  • Unterschied vom inneren Kind und inneren Jugendlichen
  • Inneres Kind verstehen: Was ich bei der Arbeit mit inneren Anteilen so interessant finde
  • Wie du dein inneres Kind heilen kannst
  • Meditation, um dein inneres Kind zu stärken

Lieber hören statt lesen? Hier ist die passende Podcastfolge:

Was ist das innere Kind?

Vor allem Stefanie Stahl hat das Konzept des inneren Kindes in Deutschland bekannt gemacht. Sie ist Psychotherapeutin und Autorin und hat sich auf Beziehungs- und Persönlichkeitsentwicklung spezialisiert. Die Theorie des inneren Kindes wurde in den 1980er Jahren populär. John Bradshaw, ein US-amerikanischer Autor und Therapeut, verbreitete die Idee maßgeblich.

Heute wird das Konzept der inneren Kindes häufig in der psychologischen Praxis und Selbsthilfe verwendet. Viele Therapeut/innen und Coaches nutzen das innere Kind, um emotionale Blockaden zu lösen, Beziehungen zu verbessern und das Selbstbewusstsein zu stärken. Das Hauptziel: Emotionale Wunden aus der Kindheit heilen und die Beziehung zu deinem inneren Kind verbessern.

Dein inneres Kind macht dich auf unbewusste Emotionen und Erfahrungen aufmerksam.

Die Arbeit mit dem inneren Kind geht davon aus, dass Menschen innere Teile in sich tragen, die auf verschiedenen Entwicklungsstufen ihrer Kindheit stehen geblieben sind. Das innere Kind repräsentiert dabei die Gefühle, Bedürfnisse und Erfahrungen aus der Kindheit, die verdrängt oder unterdrückt wurden.

Diese inneren Kinder können positive, aber auch negative Aspekte enthalten. Zum Beispiel kann das innere Kind Freude, Kreativität und spontane Freude repräsentieren – aber auch Verletzungen, Ängste und unverarbeitete Traumata.

Inneres Kind und Trauma

Die Arbeit mit dem inneren Kind kann mit traumatischen Erfahrungen aus der Kindheit verbunden. Emotionale Erfahrungen als Kind haben einen bleibenden Einfluss auf unser erwachsenes Ich. Und traumatische Ereignisse können dazu führen, dass Teile unserer Persönlichkeit eingefroren oder in einem bestimmten Entwicklungsstadium gefangen bleiben. Die Arbeit mit dem inneren Kind kann helfen, diese emotionalen Verletzungen anzuerkennen, zu verstehen und zu heilen – und ein Trauma zu verarbeiten.

Unterschied: Der innere Jugendliche

Es gibt auch den inneren Jugendlichen. Dieser ist genauso bedeutsam wie das innere Kind. Die Arbeit mit dem inneren Jugendlichen ist eigentlich gleich. Beide werden in der Praxis auch häufig verknüpft. Es gibt aber Unterschiede in den zu bearbeitenden Themen:

Als Kind stehen grundlegende Bedürfnisse nach Liebe, Sicherheit und Zugehörigkeit im Vordergrund. Beim inneren Jugendlichen die eigene Identität, die Bewältigung von Unsicherheiten und die Entwicklung von Autonomie.

Die Fokusthemen und damit verbundenen Bedürfnisse und Gefühle sind also andere. Beim inneren Kind sind es oft Themen wie Verlassenheit, Angst, Scham, Trauma und unerfüllte Bedürfnisse aus der Kindheit. Beim inneren Jugendlichen Identitätssuche, Selbstwertgefühl, Autonomie, Rebellion und die Herausforderungen der Adoleszenz.

Die Arbeit mit inneren Anteilen – Deswegen finde ich sie sinnvoll

Ich finde das Konzept des inneren Kindes (und des inneren Jugendlichen) sehr interessant. Es zeigt uns Menschen in ihrer Komplexität. Jeder Mensch hat so eine große Vielzahl von inneren Anteilen oder Teilen seiner Persönlichkeit in sich. Das innere Kind ist ein Konzept von Ganzheit und Integration. Denn das Ziel ist, innere Anteile zu erkennen und zu verstehen.

Diese inneren Anteile können unterschiedliche Gefühle, Bedürfnisse, Überzeugungen und Verhaltensmuster repräsentieren. Und ich finde, unsere Emotionen (oder besser der Umgang damit) sind der Schlüssel für so viel Heilung, Gesundheit und Wohlbefinden. In einem anderen Artikel beschreibe ich, wie kraftvoll Emotionen für unsere Gesundheit sind.

Weitere Artikel zum Thema Emotionen:

Bei der Arbeit mit dem inneren Kind beschäftigen wir uns mit unseren Licht-Themen wie auch mit unseren Schatten-Themen. Und gerade die Schattenseiten sind jene Teile von uns selbst, die wir verdrängt oder abgelehnt haben. Diese verursachen bekanntlich Blockaden und dadurch Krankheiten.

Verschiedenste Erkrankungen haben eine emotionale Ursache. Hier kannst du einige davon nachlesen:

Durch die Arbeit mit dem inneren Kind lösen wir Konflikte zwischen verschiedenen Anteilen. Diese können nämlich sich gegenseitig im Weg stehen. So reduzieren wir Spannungen – und das mit kreativen Techniken wie Visualisierung, Meditation, inneren Dialog, Schreiben, Malen oder körperliche Aktivitäten. All das sind Techniken, die ich selbst gern liebe und auch bei Zauberhaut anbiete. Lese dich gern tiefer dazu ein:

Warum dein inneres Kind trösten?

Was gibt es, was du aus deiner Kindheit oder Jugend verdrängt hast? Die entstandenen Blockaden sind mit hoher Wahrscheinlichkeit Auslöser für mentale und körperliche Symptome. Statt sie zu verdrängen oder durch aktive Arbeit loswerden zu wollen, geht es um Annahme deiner inneren Anteile.

Es klingt so einfach: Dein inneres Kind in den Arm zu nehmen und zu trösten. Doch wann merkst du, dass dein inneres Kind Zuwendung braucht?

Inneres Kind – Emotionale Symptome

  • Ängste und Unsicherheiten: Du könntest tiefe Ängste oder Unsicherheiten haben, die von früheren Problemen aus deiner Kindheit stammen. Oft steckt da die Angst vor Ablehnung hinter unserem Verhalten.
  • Probleme in Beziehungen: Schwierigkeiten beim Vertrauen oder in zwischenmenschlichen Beziehungen könnten auf vergangene Probleme oder Verletzungen in deiner Kindheit zurückzuführen sein. Vielleicht wurdest du als Kind oder Jugendlicher oft enttäuscht?
  • Starke emotionale Reaktionen: Reagierst du trotzig oder aggressiv? Du hast Schwierigkeiten, deine Emotionen in den Griff zu bekommen, besonders wenn es stressig wird, was auf nicht gelöste Probleme aus der Vergangenheit hinweisen könnte.
  • Perfektionismus oder Selbstkritik: Wenn du nach Perfektion strebst oder oft selbstkritisch bist, könnten diese Verhaltensweisen auf Erwartungen oder Kritik aus deiner Kindheit zurückgehen. Ich habe mit ein paar Tipps, wie du Perfektionsmus loslassen kannst.
  • Gefühl der Leere oder Unvollständigkeit: Wenn du dich oft leer oder unvollständig fühlst, könnte dies auf unerfüllte emotionale Bedürfnisse aus der Kindheit zurückzuführen sein.
  • Selbstsabotage: Wenn du dazu neigst, deine eigenen Erfolge oder Beziehungen zu sabotieren, könnten unbewusste Überzeugungen aus der Kindheit eine Rolle spielen. Nicht selten hängt es mit zu viel Verantwortung in zu früher Kindheit und Jugend zusammen.

Inneres Kind – Körperliche Symptome

  • Verspannungen und Schmerzen: Dein Körper kann verspannt oder schmerzhaft sein, besonders im Nacken, den Schultern oder dem Rücken, wenn du emotionale Belastungen nicht bewältigst.
  • Schlafstörungen: Probleme beim Schlafen, wie Schwierigkeiten einzuschlafen oder unruhiger Schlaf, könnten auf nicht gelöste emotionale Belastungen hinweisen. Erfahre meine Tipps gegen Schlafprobleme.
  • Magen-Darm-Beschwerden: Stress und emotionale Probleme können sich auf deinen Magen-Darm-Trakt auswirken und zu Magenschmerzen oder Verdauungsproblemen führen. Und das wiederum beeinflusst deine Hautgesundheit.
  • Kopfschmerzen: Häufige Kopfschmerzen oder Migräne können Anzeichen für unverarbeitete emotionale Konflikte sein. Erfahre mehr über die Bedeutung von Kopfschmerzen und Migräne in meiner Podcastfolge.
  • Erschöpfung: Wenn du emotionale Bedürfnisse ignorierst, könntest du chronisch erschöpft oder müde sein.
  • Gewichtsprobleme: Emotionales Essen oder ungesunde Essgewohnheiten können darauf hinweisen, dass nicht gelöste emotionale Themen mit dem inneren Kind verbunden sind.

Inneres Kind heilen – Aufarbeiten in 8 Schritten

Du merkst vielleicht: Die Arbeit mit dem inneren Kind ist komplex. Sie erfordert etwas Zeit, Geduld und Selbstreflexion. Aber es lohnt sich, deine inneren Teile zu erkennen, zu verstehen und zu heilen. Es geht also nicht darum, etwas von dir weg zu bekommen, sondern zu integrieren.

Mit meinen 8 Schritten möchte ich dir einen Weg aufzeigen, wie du Zugang zu deinen inneren Kindern bekommen kannst. Natürlich ist der Prozess individuell – und Hilfe z.B. durch Kurse, Meditationen oder Therapie immer eine gute Sache.

Schritt 1: Selbstreflexion

Beginne damit, dich selbst zu beobachten und deine eigenen emotionalen Reaktionen und Verhaltensweisen zu analysieren. Achte besonders auf Muster, die in deinem Leben wiederkehren, und versuche herauszufinden, welche inneren Kinder hier beteiligt sein könnten.

Schritt 2: Identifiziere deine inneren Kinder

Versuche, die verschiedenen Aspekte deines inneren Kindes zu erkennen. Welche Gefühle, Bedürfnisse und Erfahrungen repräsentieren sie? Identifiziere sowohl positive als auch negative Aspekte.

Schritt 3: Akzeptanz und Mitgefühl

Akzeptiere und verstehe deine inneren Kinder ohne Urteil. Zeige Mitgefühl für die Verletzungen und Traumata, die sie möglicherweise erlebt haben. Dies ist ein wichtiger Schritt, um Heilung zu ermöglichen.

Schritt 4: Innerer Dialog

Führe einen inneren Dialog mit deinen inneren Kindern. Stelle dir vor, wie du liebevoll mit ihnen sprichst und ihre Bedürfnisse und Ängste verstehst. Du kannst auch schriftliche Dialoge in einem Tagebuch führen. Finde die positive Absicht von deinem Verhalten heraus. Was will das innere Kind für dich erreichen? Und frage dich im Hier und Jetzt, wie du diese Absicht auch erreicht werden kannst.

Schritt 5: Visualisierung und Imagination

Nutze Visualisierungstechniken, um dich mit deinem inneren Kind zu verbinden und ihm Heilung und Trost anzubieten. Stelle dir vor, wie du es in den Arm nimmst und tröstest.

Schritt 6: Inneres Kind aufarbeiten mit Therapie

Wenn du Schwierigkeiten hast, dein inneres Kind alleine zu heilen, kann die Unterstützung eines/einer qualifizierten Therapeut/in hilfreich sein. Ein/e Therapeut/in kann dir dabei helfen, tiefere Schichten deiner Psyche zu erforschen und dich bei der Heilung unterstützen.

Schritt 7: Selbstfürsorge

Sorge gut für dich selbst und erfülle die Bedürfnisse deiner inneren Kinder. Das kann bedeuten, dass du dir erlaubst, Spaß zu haben, dich zu entspannen, dich selbst zu lieben und gesunde Grenzen zu setzen.

Schritt 8: Integration

Ziel der Arbeit mit dem inneren Kind ist es, die verschiedenen inneren Aspekte zu integrieren und eine gesunde Balance zwischen all deinen inneren Anteilen zu finden. Dies kann Zeit in Anspruch nehmen, daher sei geduldig mit dir selbst.

Meditationen

Die Arbeit mit inneren Anteilen ist ein vielschichtiges und kraftvolles Konzept. Es birgt so viel persönliches Wachstum und kann emotionale Wunden heilen. Es hilft dir, ein umfassenderes Verständnis deiner Selbst zu entwickeln, deine emotionale Gesundheit zu fördern und auch dich selbst auf tiefere spirituelle Ebenen zu verstehen und zu heilen.

Zur Unterstützung dieses Prozesses habe ich 2 Meditationen speziell für das innere Kind entwickelt:

Meditation „Inneres Kind heilen“
Meditation „Reise zum inneren Kind“

Auch die Transformationsreise kann eine verändernde Reise zu deinen inneren Anteilen bringen. Empfehlen kann ich dir auch das Buch „Das Kind in dir muss Heimat finden“ von Stephanie Stahl.

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Stand: 12.12.2023 © Zauberhaut – Alle Rechte vorbehalten – Angaben ohne Gewähr / Fotos: Jennifer Thomas
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